About Roland Rehfeld

ÜBER ROLAND REHFELD

SPORTLICHER WERDEGANG

1982-1991 - Kartslalomsport

Ich hatte doppeltes Glück, dass neben meinem Vater auch meine Mutter Ende der 60iger Jahre Kartfahrer der ersten Stunde in Deutschland waren. Da lag es nahe, dass der Nachwuchs inklusive Schwester auch irgendwann mal ins Lenkrad greifen werden. Im Kartslalom wird gegen die Uhr auf einem ca. 300m langen Parcours durch Pylonentore gefahren. Hier lernte ich mit den sehr wendigen Karts neben maximalen Fahrgefühl und Schnelligkeit am Lenkrad, vor allem die Breite des Karts einzuschätzen und mich sehr stark zu konzentrieren. Davon profitiere ich heute noch in Zeittrainings oder im Zweikampf, weil es mir sehr oft gelingt Lücken zu nutzen, die andere im Feld nicht entdecken.

1991-1996 - Wechsel in den Kartrennsport

Den Umstieg in den Kartrennsport habe ich zum einem meinen Eltern zu verdanken, die mich unermüdlich mit viel Verzicht unterstützt haben, und sicherlich auch meinen Erfolgen im Slalomsport. Hohe Geschwindigkeiten, direkter Zweikampf auf der Strecke und die Technik und Mechanik an Kart und Motor waren neben der normalen Schule mein Lebensinhalt. Mit der Unterstützung einzelner Förderer, über Freunde oder Vereine, ist es mir auch nach dem plötzlichen Tod meines Vaters 1995 ermöglicht worden, weiter Kartrennen fahren zu dürfen. Als einer der Schnellsten Ostdeutschen, auch als Berliner, konnte ich mich mit Erfolgen etablieren und für den Automobilrennsport empfehlen. Der größte Dank gilt dabei meiner Mutter, meiner Schwester und meinem Kumpel und Schrauber Alexander, um nur die wichtigsten zu nennen, die an mich geglaubt haben, es waren und sind zum Glück viele mehr.

Season 1995: Qualifikation für die Int. Rennfahrerschule elf „La Filiére“ in Le Mans/ Frankreich

As one of the best twenty german Kartdrivers I was invided for an evaluation for the french Racing School, the three best won a fully payed season in La Filiére in Le Mans. With guidance of established Race Drivers like Kris Nissen and Sascha Maassen, I could show my high natural speed and technical knowledge and won third place behind my later Formula 3 and Instructor friend Thomas Jäger and a seat in the classroom of 1997.

Season 1997: Französische Renault-elf-Campus Meisterschaft

Mein erstes Jahr in einem Formelrennwagen, dazu im Ausland.

Neben viel Fahrpraxis in den Einheits Formel Renault Campus, vielen internationalen Zweikämpfen auf fast allen französischen Rennstrecken, lernte ich auch mein besseres Englisch und Französisch zu sprechen. Ich konnte zweimal aufs Podium fahren und von 22 Startern Siebter werden. Gut genug eigentlich, um die La Filiére intern in die Formel Renault auf zu steigen, nur ist mein damaliger Förderer Ulrich Außendorf von elf Oil Deutschland in den Ruhestand gegangen und zum ersten Mal erfuhr ich, wie wichtig Kontakte sind, wenn diese nicht mehr da sind. Fürs Leben habe ich alle mal viel mitgenommen.

Saison 1998: Deutscher Formel Renault Cup 1998 und Formel Renault Euro Cup

Mit dem zufällig auch aus Berlin stammenden Team MCH Motorsport hab ich in der Formel Renault auf Anhieb Erfolg gehabt. Die Mannschaft war durch Erfolge und Meisterschaften mit Ralf Druckenmüller und den heutigen aktuellen DTM Meister Timo Scheider sehr erfahren und etabliert. Mein Teamchef Michael Häntzschel, sowie Ralf Druckenmüller und mein Mechaniker Frank Lucke haben mich bestens in der Formel Renault betreut und mir das Abstimmen des Vorjahres Tattus RC96 und das Fahren in der sehr konkurrenzdichten Meisterschaft unterhalb der Formel 3 beigebracht.

Für mich war 1998 eine meiner erfolgreichsten Saisons überhaupt. Gleich beim Euro Cup Auftakt gelang uns die Sensation mit Platz zwei vor den werksunterstützten Teams. Mit riesigem Selbstvertrauen als Neuling und tollem Teamwork waren wir hochmotiviert und erfolgreich, weil uns eigentlich niemand auf der Liste hatte. Es folgten sechs weitere Podestplätze und zwei Siege, einer davon im Euro Cup beim Heimspiel in Hockenheim, mein bestes Rennen bis dahin. Ich wurde bester Deutscher Rookie im deutschen Formelsport 1998 mit der deutschen Vizemeisterschaft und bester deutscher Fahrer im Euro Cup. Mit diesen Erfolgen konnte ich mich für einen weiteren Schritt empfehlen, meinem großen Ziel der deutschen Formel 3 Meisterschaft.

Saison 1999: Int. Deutsche Formel 3 Meisterschaft

Den Sprung in die Deutsche Formel 3 Meisterschaft geschafft zu haben, hatte für mich eine große Bedeutung. Zusammen mit meinem Team MCH Motorsport um Michael Häntzschel, stiegen wir gemeinsam in die damals weltweit stärkste Formel 3 Meisterschaft auf. Ich lernte das differenzierte Zusammenspiel der Fahrwerksmechanik und der sehr ausgeprägten und effektiven Aerodynamik. Ich fuhr erneut gegen ehemalige Kollegen wie Timo Scheider, Christian Albers, Thomas Jäger oder Marcel Fässler.

Trotz einiger Achtungserfolge mit unserem Vorjahreswagen und einem kleinen Budget, war es schwer gegen die damals neuen Dallara Chassis zu bestehen. Für mich persönlich war mein schon zu Kart-Zeiten gestecktes Ziel, einmal einen Formel 3 zu fahren, weit übertroffen. Rückblickend war es eine tolle und lehrreiche Zeit mit meinem Team, und ich kann heute noch auf die Erfahrungen zurückgreifen.

Saison 2000: Porsche Carrera Cup Deutschland

Anfang 1999 war ich zur Sichtung des werkseigenen UPS Porsche Junior Teams neben sieben weiteren aufstrebenden Formelfahrern eingeladen. Ich hatte es neben Lucas Luhr und Timo Bernhard in die das Finale in Misano geschafft. Mit Platz zwei hinter dem späteren Carrera Cup Meister Luhr, hatte ich neben dem ebenfalls starken Timo, beste Chancen auf das zweite Auto. Timo, zwei Jahre jünger als ich, bekam mit vergleichbarer Leistung den Vorzug. Mit zwei Einsätzen konnte ich dennoch erste Erfahrungen im Touren-, bzw im Sportwagen GT Sport sammeln.

Saison 2001: FIA Truck Europameisterschaft

Mit 23 Jahren und fehlendem LKW Führerschein, kam mir ehrlich gesagt nie in den Sinn, auf einer LKW Zugmaschine Rennen zu fahren. Allerdings wird im Truck Rennsport höchst technisierter Werkssport zuschauernah veranstaltet, in dem ich in einem Jahr als Truck Junior von Mercedes-Benz extrem viel gelernt habe, viel Spaß und auch viel Erfolg gehabt habe. Mit rund 1200 PS und 5000 Nm Drehmoment sprechen die Leistungsdaten trotz knapper 4800 kg Gewicht eine eigene Liga aus. Hier habe ich vor allem gelernt mit Masse und Kraft umzugehen, was ich für großvolumige, leistungsstarke Sportwagen heute bestens nutzen kann.

Saison 2002: ASCAR- Mintex Oval Race Championship

Die angestrebte zweite Saison als Mercedes Truckwerkspilot blieb 2002 leider nach dem politisch bedingten Ausstieg der Hersteller aus der FIA Truck EM aus.

Dennoch bekam ich die Chance mich erneut in einer eher exotischen Rennserie zu etablieren, dem Ovalrennsport. Mit den Anforderungen wie High Speed und Windschatten sowie Taktik im Oval, bin ich gut zurecht gekommen und habe zudem durch die Zusammenarbeit mit meinem Spotter (mein Kumpel Alexander), der mich durch den Verkehr lotsen musste, Teamwork und Vertrauen gelernt. Schließlich konnte ich mich gegen arrivierte Rennfahrer wie Darren Manning, Jason Plato, Darren Turner oder auch Nicolas Minassian im Premierenjahr durchsetzen. So konnte ich auch hier in 2002 und 2003 mehrere Rennen gewinnen und mich für den NASCAR Sport in den USA empfehlen.

Saison 2003: “Days of Thunder” ASCAR Series

2002 konnte ich mich nach einem unfallbedingten Teamwechsel und einem Mittelfußbruch gegen die etablierten Fahrer behaupten, was mir ein Angebot für 2003 vom schnellsten Team aus dem Vorjahr bescherte. Heynes Motorsport Ltd. war ein klassisches englisches Team mit jungen Technikern und Enthusiasten. Darren Turner war 2002 ihr Fahrer und setzte die Pace mit einem Rundenrekord und den meisten Siegen. Er empfahl mich, da wir stets auf Augehöhe und sehr fair miteinander fuhren. Wir konnten gleich den zweiten Lauf gewinnen, hatten aber auch oft finanziell bedingt technische Probleme. Bis zum vorletzten Rennen hatte ich noch Titelchancen, nur ein schwächelnder Zylinder kostete uns letztlich die Meisterschaft und wiederum das Podium.

Season 2004: keine Rennen, dafür eine aussichtsreiche US Karriere?

Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren in der angloamerikanischen Stock-Car Serie ASCAR und Days of Thunder mit den Endplätzen 5 und 4, wuchs das Interesse an Roland als bis dato einzigen permanenten deutschen Ovalrennfahrer auch in den USA. 2004 stand nun erstmals kein Vollzeitengagement in einer Rennserie auf dem Programm, sondern das Lernen und Leben der amerikanischen Oval-Rennkultur in der NASCAR, mit Besuchen bei diversen Teams und Rennen der drei wichtigsten NASCAR Rennserien.

Season 2005: Racing in the USA!

Mit dem Gewinn einer Sichtung von DODGE Motorsport für die NASCAR Truck Series, konnte ich mich für das DODGE Fahrerentwicklungsprogramm in 2005 qualifizieren. Voran gegangen war eine vierwöchige, sehr eindrucksvolle und lehrreiche Teamarbeit im Team von Rusty Wallace und seinem Sohn Steve. Bei meinem einzigen Rennen in der ARCA ReMaxx Series auf der legendären Milwaukee Mile, konnte ich die Erwartungen mit einem soliden 13. Platz von 56 Startern erfüllen. Weitere Test- und Renneinsätze waren geplant, die Trennung von Daimler und Chrysler beendete jedoch die werksbegleiteten Pläne, mich in der NASCAR Liga mit DODGE als ersten deutschen Fahrer zu etablieren.

Season 2006: No US Racing, Comeback in Deutschland

Mit der anbahnenden Trennung zwischen Daimler und Chrysler waren meine NASCAR Chancen mit Dodge zu gering geworden, um sie fortsetzen zu können. Ich folgte der Einladung meines Berliner Rennfreundes René Rudelt und startete zum ersten mal auf der berühmten Nürburgring Nordschleife. Ich hatte schon viel gehört und viel gelesen, nun kann ich die Faszination um die Herausforderung auf dem Ring mehr als nachvollziehen. Sie macht süchtig. Wenngleich ich auf einem Seriennahen Opel Astra OPC mit knapp 180 PS startete und mich mit schnellen Rundenzeiten gut zurecht fand, der Weg die Nordschleife so kennen zu lernen war sehr richtig.

Parallel konnte ich mit dem Berliner Eigner Racing Team an den ersten Entwicklungen und Abstimmungsarbeiten auf einem Mosler MT 900 R Sportwagen arbeiten und zugleich als Personal Coach für den Eigentümer und ambitionierten Gentlemanfahrer Harry Mecke Erfahrung sammeln.

Season 2007: Vielfältiger Einsatz

Mit fünf Rennen zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Opel Astra OPC meines Berliner Rennfreundes René Rudelt und einem Focus WTCC des Berliner Eigner Racing Teams lernte ich weiterhin die Nordschleife mit drei Podiumsplatzierungen kennen. Zudem habe ich mit Eigner Racing in der Dutch SuperCarchallenge einen Mosler MT 900 R Sportwagen zur Rennreife mitentwickelt. Zwei Pole Positions und mehrere Top 5 Platzierungen waren ein guter Einstand in diese spektakuläre Sportwagenserie. Mein Comeback im Porsche Carrera Cup gab ich mit einem sehr soliden 13. Platz von 48 Startern auf dem EuroSpeedway Lausitz und war damit bester Gaststarter der Saison.

Season 2008: Erfahrung und Ausdauer

Zusammen mit Eigner Racing konnte ich weiterhin gute Leistungen in der niederländischen GT Meisterschaft auf dem Mosler zeigen, dreimal Pole Position und Top 5 Ergebnisse mit meinem Gentleman-Co Harry Mecke waren gegen das niederländische Establishment vorzeigbar. Einen weiteren Gasteinsatz konnte ich in der neuen ADAC GT Masters zusammen mit dem ehemaligen Bob-Olympiasieger und Weltmeister Christoph Langen auf einem Cup Porsche 997 GT3 erfolgreich fahren. Der Nordschleife blieb ich mit drei Einladungen meines Instruktorkollegen und Freundes Ruben Zeltner auf seinem 996 GT3 Cup Porsche treu. Zweimal haben wir die Klasse gewonnen und ich konnte mit einem sehr schnellen Auto den Ring noch intensiver erfahren. Ein Höhepunkt war der mit Beharrlichkeit und Ausdauer erreichte Klassensieg mit meinem Co Reinhold Renger auf einem Honda S2000 bei meinen ersten 24h Stundenrennen auf dem Nürburgring, erreichte mein gestecktes Ziel und krönte es mit einem vielbeachteten Gesamtrang 18. Im ganzen ein Jahr in verschiedensten Rennwagen, mit viel Erfolg und nützlicher Erfahrung für die Zukunft.

Season 2009: Aufstieg auf der Nordschleife

Meine aus den letzten drei Jahren gesammelte Nordschleifen Erfahrung und gezeigter Speed blieben nicht unbemerkt und so kam ich zusammen mit meinem letzt jährigen Honda Teamkollegen Reinhold Renger mit Kissling Motorsport überein, auf ihrer privat eingesetzten und konstruierten Corvette C6 SP8 die komplette Langstreckenmeisterschaft auf der Nordschleife inkl. dem 24h Rennen zu fahren. Meine erste vollständige Saison seit fünf Jahren und dann auf solch einem leistungsstarken Rennwagen. Regel bedingt bremste man unser großvolumige Corvette sehr stark ein, konnten aber durch viel Eigenentwicklung den Anschluss an die immer schneller werdenden Top-Werksautos von Porsche und Audi halten. Stetige Gesamt Top 10 Platzierungen, sechs Klassensiege und meine schnellsten Runden von nun 8.21 Min., stehen auf meiner wachsenden Habenseite in der Nordschleifen Gesellschaft.

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